Alle Meldungen

Zeitraum wählen:

bis

29.11.2017 – Pressemitteilung Bistum Limburg

Die Namen der Toten sollen nicht vergessen sein

Eintrag im Buch des Gedenkens erinnert an tote Flüchtlinge

Buch des Gedenkens: Hunderte von Namen erinnern an unbekannte Schicksale (Fotos: Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche)

FRANKFURT.- Eine fast unscheinbare Gedenkstätte vor punctum, der katholischen Beratungsstelle am Frankfurter Liebfrauenberg, eine Kerze, ein schwarzes Tuch, ein großes Buch. Und dennoch bleiben die Passanten stehen, die gerade noch geschäftig Richtung Zeil oder zum gerade eröffneten Weihnachtsmarkt auf dem Römerberg streben. Hält sie das Schild „Wir gedenken der Menschen, die auf der Flucht nach Europa sterben“? Halten sie einen Moment inne und denken an die unbekannten Schicksale der vielen tausend Menschen, die auf gefährlichen Fluchtwegen ihr Leben verlieren? Die oft nicht einmal beerdigt werden können?

Die katholische Stadtkirche in Frankfurt hat ein Buch des Gedenkens aufgelegt, damit ihre Namen nicht vergessen sind. Menschen, die Angehörige oder Freunde auf der Flucht verloren haben, sind aufgerufen, hier deren Namen, ihr Alter, den mutmaßlichen Sterbeort einzutragen. Junge Leute werden auf diese Weise verewigt, Alte, Kinder, Menschen, von denen vielleicht nur das Alter bleibt und die lapidare Bemerkung „Mittelmeer“.  

Am Mittwoch und Donnerstag, 29. und 30. November, haben Geflüchtete Gelegenheit, die Namen ihrer toten Verwandten und Freunde in dieses Buch einzutragen. Das Buch des Gedenkens liegt an beiden Tagen jeweils von 15 bis 17 Uhr in der katholischen Informationsstelle punctum am Liebfrauenberg (neben der Liebfrauenkirche) aus.

Gleichzeitig soll von dem Buch ein Appell ausgehen, sich einzusetzen für eine Welt, in der niemand mehr fliehen oder gar auf der Flucht sterben muss, so hoffen die Initiatoren, zu denen auch die katholische Hochschulgemeinde, Caritas und Diakonie gehören. (dw)

Foto