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Aufruf zur Unterstützung der Pax-Christi-Kampagne

Aufruf zur Unterstützung der Pax-Christi-Kampagne
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Der Anblick täuscht

Es sieht hübsch aus, wie die Zelte in Reih und Glied aufgestellt sind, leuchtend weiß von der Sonne angestrahlt. Doch der Anblick täuscht: die Unterbringungssituation der Menschen im neuen Camp ist unwürdig. Auf dem Terrain direkt am Meer, das eilig für die Zeltstadt ausgewählt wurde, gab es zunächst keine Infrastruktur. Die Fläche wurde planiert, mit Schotter aufgefüllt und darauf wurden Zelte ohne Boden gestellt. Momentan mangelt es an Allem: fließendem Wasser, sanitären Anlagen, Strom, ausreichend zu essen, Kleidung, medizinische Versorgung ... noch nicht einmal genügend Feldbetten gibt es. Viele haben notdürftig Pappkarton auf dem Schotterboden im Zelt ausgebreitet, um darauf zu schlafen. Zugegeben: es ist keine leichte Aufgabe, aus dem Nichts all das für etwa 10.000 Menschen zu schaffen. Es wird beteuert, dass stetig an Verbesserung gearbeitet wird und man bittet die Menschen um Geduld. Dennoch sind Zweifel angebracht, dass für das Notwendigste gesorgt werden kann. Es ist in Moria nicht gelungen, was also gibt Anlass zur Hoffnung, dass Moria 2.0 besser wird? Worauf kann man maximal hoffen? Selbst wenn es gelingt, die Infrastruktur einigermaßen bereit zu stellen, werden die Menschen jämmerlich frieren. Tag und Nacht. Sie werden in der Kälte für ihre Essensrationen in langen Schlangen anstehen müssen.

Herbergssuche

Die Menschen sind geflohen, haben die Hölle von Moria und das Feuer überlebt und sollen nun den Winter in den Zelten verbringen. Unter ihnen sind Schwangere, Säuglinge, Behinderte, alte Menschen, Kranke, etwa 4000 Kinder insgesamt. Sie sind nirgendwo anders willkommen. Das erinnert an die Heilige Familie, die eine Herberge gesucht hat und schließlich im Stall unter kam - bei Ochs und Esel, die immerhin mit ihrem Atem Wärme spendeten, wie wir es bald wieder in unzähligen Weihnachtsgeschichten hören werden.  

Wo ist Weihnachten?

Im neuen geistlichen Weihnachtslied "Wo immer" findet man die Strophe: "Wo immer ein Mensch das Glück spürt: Gott im Kind; wo immer ein Mensch dies lebt, wo Menschen sind. Da ist Weihnacht, da fängt Neues wirklich an, denn da zeigt Gott, wie Frieden werden kann."

Wo ist für die Menschen auf Lesbos Weihnachten? Sie sind geflüchtet, um einen Ort zu finden, an dem ihre Menschenwürde geachtet wird. Sie treffen aber auf eine Politik, die aus Angst vor Nachahmern diese Menschen benutzt, um so wenig wie möglich Menschenwürde erkennen zu lassen.

Als Christen müssen wir dagegen aufbegehren. Moria 2.0 ist definitiv kein Ort, an dem Weihnachten werden kann.

 

Wer etwas will, findet Wege

Kein Weihnachten in Moria

Wie kann erreicht werden, dass die menschliche Tragödie auf Lesbos endlich ein Ende hat? Die europäische Politik verhandelt soeben unter deutscher Ratspräsidentschaft über neue Systeme und Strategien der Abschottung und Abschiebung. Die Bestrebungen können zwischen Hoffen und Bangen verfolgt werden: für die Menschen, die sich momentan auf den griechischen Inseln befinden, kommen sie zu spät. Für sie muss jetzt etwas geschehen! Sie sind keine homogene Masse, sondern Individuen mit ihren ganz eigenen Geschichten und Bedarfen. Ihre Leben zählen! Es gibt besonders "Vulnerable" unter ihnen, deren Asylverfahren kurz vor dem Abschluss steht, welche die schon lange auf der Insel sind, andere sind erst vor Kurzem angekommen.

Es muss von allen Entscheidungsträgern erwartet werden dürfen, hier nicht weg- sondern genauer hinzusehen. Es ist durchaus möglich, verschiedene Lösungswege zu gehen: eine maximale Evakuierung in andere EU-Staaten, beheizte Container, Unterbringung auf Schiffen, die ohnehin leer stehen ... Ein Sprichwort sagt "Wer etwas will, findet Wege; wer etwas nicht will, findet Gründe." Keine Gründe rechtfertigen die Menschenrechtsverletzungen, die diesen Menschen auf europäischem Terrain widerfahren!

Deshalb: schließen Sie sich der Pax-Christi-Kampagne "Kein Weihnachten in Moria" an. Protestieren Sie gegen die unhaltbaren Zustände in den Flüchtlingscamps. Schreiben Sie den politisch Verantwortlichen und fordern Sie diese zum Handeln auf. Setzen Sie sich in Ihrer Region dafür ein, dass weitere Städte und Kommunen ihre Aufnahmebereitschaft deutlich machen und sich zum "Sicheren Hafen" erklären lassen.

Barbara Reutelsterz

Hier finden Sie nähere Informationen zur Kampagne:  www.kein-weihnachten-in-moria.de

 

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